Montag, 23. November 2009

Animal Hoarding: Neue Herausforderung für Tierschützer

Fast jeden Tag kommen neue Schreckensmeldungen: 300 Meerschweinchen, 1500 Wellensittiche, 40 Katzen, 250 Kaninchen: Wer den Online-Dienst Animal Health online liest, kann häufig Meldungen über qualvolle Massentierhaltungen in Wohnungen verfolgen. Dieses Phänomen wird mit dem Begriff Animal Hoarding erklärt, der krankhaften Sucht, Tiere zu sammeln.  Der Deutsche Tierschutzund hat sich ausführlich mit diesem Phänomen beschäftigt.
Aber was ist, wenn die Tiere das Glück haben, endlich vom Amtsveterinär beschlagnahmt zu werden und damit der Hölle auf Erden zu entrinnen? Wie selbstverständlich treten dann die Tierschutzvereine an. Wirklich wie selbstverständlich? Hat sich schon mal jemand darüber Gedanken gemacht, was es heißt, von heute auf morgen mehrere hundert Tiere unterzubringen?  Die ja meist aufgrund der Haltung in extrem schlechten Gesundheitszustand sind? Wo bleiben denn die Verursacher solchen Elends, aber wo bleiben auch die Kommunen, denen ja notorisch das Geld fehlt? Wer bleibt denn auf Tierarztkosten, Kosten für Unterbringung, Versorgung und Futter sitzen? Mal ganz zu schweigen von dem enormen personellen und Arbeitsaufwand, den solche Riesen-Notfälle verursachen?
Was Animal Hoarding für diejenigen bedeutet, die versuchen, die Opfer zu retten, lesen Sie hier und hier

Was also kann getan werden, um es gar nicht soweit kommen zu lassen? Amtsveterinäre müssen endlich ihren Aufgaben früher nachkommen und Hinweisen konsequenter nachgehen. Denn es ist nicht vorstellbar, dass mehrere hundert Tiere in einer Wohnung oder auf einem Gelände unbemerkt leben können, ohne dass es Menschen gibt, denen das auffällt und die Hinweise geben. Wird hier  früh genug eingeschritten, dann muss es nicht zu solchem Massenelend kommen.

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